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Inge Hoffmann – Ein Urgestein von Cracau

„Seit ich 9 Tage alt war wohne ich in Cracau", erzählt Inge Hoffmann. Was verwirrend klingt, lässt sich einfach erklären: Inge Hoffmann ist ein Urgestein von Cracau. Am 23.4.1933 in der Landesfrauenklinik geboren, kam sie kurz darauf zu ihren Eltern nach Hause in Cracau. Seitdem ist sie hier nicht weggezogen. „Warum sollte ich", fragt die rüstige Frau. „Hier fühle ich mich wohl." Heute wohnt sie zwar nicht mehr in derselben Wohnung wie damals, aber es ist noch immer dieselbe Straße, lediglich ein Haus weiter.
1982 kauften ihr Sohn und dessen Frau das große Nachbarhaus, das ursprünglich Platz für vier Mietparteien bot. Seit 1995 hat Inge Hoffmann hier ihre eigenen vier Wände und fühlt sich sichtlich wohl, so dass sich ab und zu ein Moment zum Schwelgen in Erinnerungen findet. Momentan denkt sie noch öfters an ihren alten Herd: „Ich hatte immer einen Gasherd." Unglaublich, aber wahr. „Ich war es nicht anders gewohnt." Doch 2006 konnte ihr Sohn sie von der „neuen" Technik überzeugen und sie kauften einen Herd mit Cerankochfläche. Grinsend gibt sie zu: "Das geht genauso schnell."

Kindheit barg viele Freiheiten

Gern erinnert sich die gerade mal 1,48 m große Frau an ihre Kindheit. Schließlich kann sie noch heute vieles mit damals verbinden, auch wenn sich so einiges verändert hat. „Als Kinder konnten wir draußen auf der Straße spielen, da gab es ja noch keine Autos", erzählt sie rückblickend. "Da war maximal der Bauer, der einmal den Weg entlang fuhr." Sonntags gingen sie und ihre Freunde gern in das Kino in der Potsdamer Straße, das jedoch im Krieg durch Bomben zerstört wurde.
Zu ihren Spielecken gehörten neben der Straße auch der Pechauer Platz, der früher noch kein Platz so wie heute war, und der Wasserfall. "Die Steine hatten alle Namen", sagt sie schmunzelnd. "Einer sah aus wie ein Frosch und der andere eben wie eine Suppenkelle."
Vor der Suppenkelle hatte die junge Inge übrigens manchmal Angst, zumindest bildlich gesprochen. „Ich musste immer 18 Uhr zu Hause sein und meine Freunde durften selbstverständlich länger draußen bleiben", erzählt die inzwischen erwachsene Frau. Wehmütig fügt sie hinzu: „Hinter dem großen Tor konnte ich sie dann immer spielen sehen."
Trotz der zeitigen Heimkehrzeit, sagt Inge Hoffmann heute: „Die Kinderzeit war die schönste Zeit."

Volkssolidarität – Ehrenamt hält alles in Bewegung

Auch wenn Inge Hoffmann nun schon seit über 70 Jahren jeden Tag auf ein Neues dieselbe Straße vor Augen hat, wenn sie zur Haustür heraustritt, wird es ihr nicht langweilig. Wobei das Wort Langeweile gar nicht zu ihrem Wortschatz zählt. Denn die engagierte Cracauerin ist seit 1959 Mitglied in der Volkssolidarität und seit der Wende sogar Vorsitzende der Ortsgruppe Cracau.
Man sieht, dem Tatendrang von Inge Hoffmann ist nichts entgegen zu setzen. Zeigte sich diese Führungspersönlichkeit doch auch schon in ihrem Berufsleben, indem sie leitende Funktionen hatte. Doch Beruf und Ehrenamt bei der Volkssolidarität schienen sie noch nicht auszulasten, denn die allein erziehende Mutter engagierte sich zudem im Elternbeirat des Kindergarten und der Schule ihres Sohnes. Heute sagt die Rentnerin gelassen: „Ich bereue nichts." Und schon im nächsten Moment setzt die kleine Frau sich wieder in Bewegung, schließlich gibt es immer etwas zu tun!

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