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Bernd Musil - Ein Leben mit der Musik


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Mit Musik ist er so zusagen aufgewachsen, denn seit dem er Kind ist, spielt er Cello. Bernd Musil wurde am 5.8.1936 im Brandenburgischen Cottbus geboren. Schon hier ging der Christ Bernd Musil zur Kirche, die ein kleines Orchester hatte. Die meisten Mitgleider waren Schüler und Studenten, die, wenn sie älter waren, gingen. Also wurde irgendwann einmal ein Cellist gesucht. "So kam ich zum Cello", kürzt Bernd Musil die Geschichte ab. Später verließ er seine Heimatstadt, um in Schwerin sein Musikstudium zu absolvieren. "Nachdem ich 1959 mein Examen in der Tasche hatte, ging ich nach Köthen", erzählt der Musiker. "Hier habe ich meine Frau kennen gelernt." Und mit einem Lächeln ergänzt er: "Die habe ich dann mit nach Magdeburg genommen."
Seit 1960 leben die zwei also schon in Magdeburg, wo Bernd Musil am Theater Magdeburg im Orchester Cello spielte. Und seit 1961 nennen sie Cracau ihre Heimat. "Wer einmal in Cracau wohnt, will hier nicht mehr weg", behaupten sie kühn. Begründen können sie ihre Aussage selbstverständlich: "Man kommt aus der Haustür herraus und ist gleich im Grünen." Hier haben sie die Jahreszeiten vor der Tür und die Vögel auf dem Balkon. "Wir versuchen jeden Tag, einmal raus in den Wald zu gehen."

„Eigentlich ist jeden Tag etwas zu tun"

Bernd Musil ist zwar inzwsichen im Ruhestand, trotzdem weiß er seine neu gewonnene Freizeit gut zu nutzen, das zeigen seine ehrenamtlichen Betätigungen bei der Johanniter Hilfsgemeinschaft und der Pfeifferschen Stiftung. "Ich bin im Mutterhausvorstand und bei den Freunden der Pfeifferschen Stiftung." Zudem hilft er mit seiner Frau zusammen in der Behindertenarbeit. Doch dem nicht genug, seit über 35 Jahren gehört er zum Kirchenvorstand. Hierbei liegt es nahe, dass Bernd Musil sich aufgrund seiner musikalischen Ambitionen auch um die Kirchenmusik kümmert. Er erklärt: "Ich sorge dafür, dass sonntags immer ein Organist da ist und meine Frau kümmert sich um das Künstlerische." Darüber hinaus verbindet das Ehepaar Musil ein besonderes Hobby, das Musizieren. Täglich musizieren die beiden gemeinsam mit historischen Instrumenten für ein bis zwei Stunden. "Wir haben auch Auftritte", sagt er stolz.

Einschneidende Ereignisse:

Hochwasser 2002

"Wir saßen auf dem Balkon mit unseren gepackten Sachen und harrten zwei Tage hier aus." Da man nicht einkaufen gehen konnte, gab es nur Essen aus dem Kühlschrank. "Es war wie eine tote Stadt", beschreibt Bernd Musil die damalige Situation. "Draußen war eigentlich so schönes Wetter und dazu noch diese Stille." Jede halbe Stunde gingen sie zum Telefon und riefen bei der Hotline an, die extra eingerichtet worden war. "Zum Glück sind wir dann verschont geblieben." Weiter erklärt Bernd Musil, dass die Sandsäcke in der Wohnung so gelegt waren, dass sie noch darüber steigen konnten. "Es wurde damals gesagt, das Hochwasser könne bis zu 3 Meter erreichen. Wenn ich bedenke, dass unser Balkon 2,80 m hoch ist."

Verkauf der Immanuelkirche in Prester

Als Kirchenvorstand fallen einem nicht nur schöne Tätigkeiten zu. Das weiß auch Bernd Musil. Für ihn sehr traurig ist der Verkauf der Immanuelkirche im Stadtteil Prester. Vor knapp 10 Jahren standen sie vor der schweren Entscheidung: Verkauf oder Selbstnutzung mit finanziellen Kosten. "Einerseits hatten wir nicht so viel Geld, um die Renovierung zu bezahlen, andererseits wollten wir die Kirche aber auch nicht abreißen lassen. Also suchten wir einen Käufer, der sie gut behandelt", berichtet Bernd Musil.
Heute sagt er: "Aus Fehlern lernt man - Wir haben Lehrgeld zahlen müssen." Bedingt durch ihre Unerfahrenheit im geschäftlichen Bereich verließen sie sich auf ihr Menschenvertrauen und handelten so wie es beim Pferdekauf üblich ist. "Sicherlich gab es einen Kaufvertrag, aber wir hatten wohl zu wenig Kleingedrucktes." Im Nachhinein, so sagt Bernd Musil, "bin ich enttäuscht, wie sich das ganze entwickelt hat."

Fotos:
- Bernd Musil spielt gern Spinett. Der Vorteil eines Spinetts: Es ist einfach zu transportieren aufgrund dessen, dass es leicht ist und die Beine abnehmbar sind.
- "Das ist die kleinste Gambe, die es gibt", erzählt Bernd Musil. Seine Begeisterung für dieses Instrument entwickelte sich hier in Magdeburg.

 

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